Fred Turners kleine Farm

Wir sind in der fünften Woche Farmwork und wie es aussieht auch kurz vor Abschluss unserer Chinchilla-Mission.

Die 3 lustigen 4
Der harte Kern der letzten 2 Monate

Wenn man den Gerüchten Glauben schenken darf, ist die Saison Samstag oder Sonntag vorbei… aber wir werden sehen. Bevor es weiter Richtung Fraser & Whitsunday Islands geht, also nochmal ein kleiner Einblick in die Melonenarbeit, wegen der wir ja hier (gewesen) sind. edit: Inzwischen – dem schlechten Netz sei Dank – ist klar, dass Montag unser letzter Arbeitstag ist. Am Dienstag wird wohl die große Abschlussparty gerockt und Mittwoch geht’s zurück nach Brisbane…zu neunt! Mit der Truppe wollen wir dann auch Richtung Fraser Island starten und dann sehen wir weiter. Aber zurück zum Gemüse:

Die verschiedenen Sorten Melonen (Hotshots, Southern Cross, Colorado & Honeydews…) werden meistens früh morgens von den Pickern geerntet und in großen “Bins” zur Farm gebracht (es gibt mehrere Melonenfelder).

Freds kleine Farm
Blick aus dem Auto zurück auf die Farm

Staplerfahrer kippen ca. 15 Bins in die “Melonenmaschine” (wie auch immer das Teil richtig heißt…) Da drin gibt es einen Waschgang und eine automatische Vorsortierung nach Gewicht, bevor die dicken Schmecklecker dann in zwölf “Bays” fallen und an deren unteren Ende von den “Packern” in unterschiedliche Boxen verfrachtet werden. Die unverschlossenen Pakete kommen dann auf ein Laufband ab zu den “Stackern” die die Boxen schließen und auf unterschiedliche Paletten “stacken”, also stapeln.

Overview
Overview aus Sicht der Boxmaker

Kollege Marc aus Darwin macht dann die Endabnahme und fährt die fertig verschnürten Pakete dann entweder auf den wartenden Truck oder ins Kühlhaus.

Stacks
Fertige Stacks

Apropos Marc…

Neben Chef Fred und seiner Frau, ist sein Sohn Cameron wohl für die Ernte verantwortlich. Außer den z.Zt. 15 Backpackern gibt es dann noch australische Saisonarbeiter, die aber außer einigen Damen und Herren im fortgeschritteneren Alter (also älter als 40 😉 häufiger wechseln, was in erster Linie mit ihrer Unzuverlässigkeit und dem (täglichen) maßlosen Alkoholkonsum zusammenhängen wird. Aber, wie uns einige Australier gerne selber versichern, “Australians are lazy”! Na denn.

Stacking Legends
Stacking Legends

RockNRoll Realschule
RockNRoll Realschule

Wir werden am letzten Tag wohl noch ‘ne mittelgroße Feierlichkeit starten, um dann über Brisbane die Inseln der mittleren Ostküste zu rocken. Da ist es dann auch wieder milder – im Moment wird es nachts nämlich schon empfindlich kalt. Gestern waren es wohl nur noch 3 Grad! Dafür ist es tagsüber noch recht warm. Jedenfalls hat eine Erkältung hier fast alle im Griff (bei manchen schon ‘ne ausgewachsene Grippe). Die Einzigen, die bisher verschont geblieben sind, sind Dennis, Andy & ich. Bei mir muss das an meiner unfassbar guten körpereigenen Abwehr liegen – sozusagen der besten seit der Erfindung des Immunsystems. MUHA!! Naja, mal abwarten wie lange das noch gut geht! Wie lang’ ist nochmal die Inkubationszeit? Egal – wir halten uns in der Zwischenzeit mit Sprüngen ins kalte(!!) Nass in Form. Nice!

Poooool
Abkühlung

Aber nochmal kurz zurück zu den Melonen – da gab es doch Unstimmigkeiten wegen des Gewichts der Boxen. Ich hab’ das mal gecheckt…also die Boxen haben ein Gewicht von etwa 8-15 Kilo. Das bedeutet, dass wir bei einem Schnitt von 50 Paletten pro Tag etwa 30.000 KG zu stemmen haben – allerdings geteilt durch 4 Stacker. Immerhin…

Neuigkeiten gibbet wieder von den schönen Islands. Ich denke mal, dass ich dann auch wieder häufiger zu kurzen Updates komme – es passiert einfach mehr 😉

Aloha hé und Alaaf,
euer Melonenspezialist

Chinchilla

– vorläufiges Resümee –

Wo genau das Städtchen mit dem Nagetiernamen liegt, habe ich ja schon beschrieben. Also werde ich mal anfangen zu schildern, wie’s hier so ausschaut und was genau wir hier treiben. Chinchilla hat etwa 3000 Einwohner, gilt aber lustigerweise als Boomcity, weil sich die Einwohnerzahl in den letzten paar Jahren verdoppelt hat. Ich fang’ mal mit den negativen Aspekten an, weil die schnell aufgelistet sind. Hier gibt’s nicht viel zu sehen und zu machen, es bestünde also die Gefahr, dass wir anfangen uns zu langweilen. Ein paar der Leute hier sind mit “strange” noch viel zu freundlich umschrieben, aber dazu später mehr. Im Prinzip war’s das auch schon… Positiv ist da glücklicherweise einiges mehr:

Acacia Motel

Unser Zuhause

Wir wohnen in einem netten kleinen Motel namens “Acacia”, was von einem freundlichen Ehepaar (Alan & Yvonne) betrieben wird. Da das hier also kein Hostel ist, genießen wir den Luxus, alle paar Tage frische Handtücher vor der Tür liegen zu haben, i.d.R. nicht selber spülen zu müssen und das Zimmer einmal die Woche gereinigt zu bekommen. Wir sind insgesamt zehn Backpacker, die auf “Fred Turners Farm” arbeiten, vier Holländer und sechs Deutsche. Ein Franzose, zwei Schweden und drei weitere Deutsche sind inzwischen wieder abgereist. Ben, Andy und ich haben ein kleines Zimmer genau in der Mitte des Gebäudekomplexes (Auf dem Photo sieht man die Tür ganz hinten in der Mitte). Fünf der Truppe wohnen hinter dem großen Komplex in einem Ferienbungalow, den wir (Küche!) mitbenutzen dürfen. Das Beste ist aber der davor gelegene Pool, der zwar eigentlich für sämtliche Hotelgäste gedacht ist, den aber außer uns keiner benutzt!

PoolOmat

Privatschwimmbad

Außerdem gibt es noch ein ganz nettes Freibad, was sehr günstig ist und ein Kino. Blöd ist nur, dass die sogenannte High Season (der Melonen) gerade begonnen hat, weshalb an Freizeit nicht mehr wirklich zu denken ist, wir kommen meistens gegen 6 wieder nach Hause und da isses hier ja schon dunkel. Klar – is’ ja auch Winter! Bis vor Kurzem wurden wir von einem Traumbus zur Arbeit gefahren, aber das hat sich gerade geändert. Der Fahrer (auch genannt der “Pirat”) war früher mal “Fahrer” bei einem Banküberfall und hatte keine Lust mehr auf Melonen. Also haben wir unseren eigenen (kleineren) Bus bekommen, mit dem wir jetzt selber zu Farm eiern. Das Teil ist zu traurig, um auf Foto gebannt zu werden – Fakt ist, dass der letzte Frontalzusammenstoß mit einem bedauernswerten Kangaroo nicht ohne Folgen geblieben ist!

Das gute Stück

Der gute alte Schulbus

Innenraum

Der “Neue” sieht schlimmer aus (seriously!!)

Glücklicherweise sehen wir auch schonmal lebendige, lustig umherhüpfende Wallabies und Kangaroos – außerdem gibt es hier ‘ne Menge bunter Vögel und eine noch viel größere Menge Krabbelgetier. Ein sogenannter “Huntsman” war letztens zu Gast in unserer guten Stube. Da der aber nicht giftig ist (O-Ton Yvonne: “It’s not poisonous – it only hurts for a few days…”) haben wir den mal eine Nacht bei uns nächtigen lassen. Dann war die Gastfreundschaft überstrapaziert.

Huntsman
HuntsMAN or WOMAN?

Trotz Viechzeuchs haben wir meistens unseren Spaß, was nicht zuletzt am mäßigen Alkoholkonsum liegt (In Käffern wie Chinchilla haben (aus Langeweile?) die Meisten Leute ein mehr oder minder schweres Alkoholproblem. Der Freund einer bedauernswerten Ex-Mitarbeiterin konnte ohne Drogen kaum klar gucken geschweige denn denken. Aber der Kollege hat sich auch jeden Tag ca. fünf Valium reingepeitscht, weil’s in Chinchilla blöderweise kein Metadon gibt, was er eigentlich bräuchte. Aber der Typ war sowas von schwerstkriminell, dass wir eigentlich froh sind, dass die Zwei inzwischen weg sind. Naja – back to Feierei, Aldaa! Ein Abend startet meistens mit einem leckeren Essen, was bei uns Spitzenköchen dann etwa so aussieht:

Pasta

Pasta Perfetto

Dann wird schonmal ein bissel Unfug mit dem Hausrat angestellt:

Brillenwurst

Big Glasses

Tja, der Ein oder Andere hat sich dann alkoholtechnisch nicht so gut im Griff, wie wir – im kommenden Fall der gute Marc aus Holland – was dann schonmal in einer lustigen Ãœberraschung enden kann, wenn man so freundliche Mädels im Haus wohnen hat:

Shaved Legs

Babypopo ist nix dagegen

Für alle, die aus dem Bild nicht schlau werden – dem netten Herrn aus unserem Nachbarland wird gerade das rechte Bein enthaart. Glücklicherweise gehört er zu der ganz relaxten Sorte und fand das Alles auch ziemlich amüsant. Gut so! Am gleichen Abend ist dann auch die MickeyMouse unten entstanden. Das Fazit bleibt. Wir malochen uns hier zwar den Rücken krumm, wissen aber wofür. Und da die Leute nett sind und alles das gleiche Schicksal teilen, ist das alles halb so wild!

Mickey Mouse

The one and only real Mickey Mouse

Zum Abschluss hab’ ich dann noch ein Klischee-Australienbild für euch, ein weiterer Post mit Bildern von der Arbeit folgt dann in ca. drei Wochen. Mal sehen, was sich bis dahin noch spannendes tut. Ich sach’ ma’ “Schüss” und “Passen Sie gut auf sich auf”. Over und Ende!

Hinten

Blick nach Hinten auf die Felder