Unter Wasser & Perth Part1

Nachdem ich ja letztes Mal ausführlichst berichtet hab’, gibt es heute mal wenig Text, dafür aber noch einige spektakuläre Bilder, die erst noch entwickelt werden mussten. Der gute Andy hat nämlich eine Unterwasser-Knipse dabei, die noch mit gutem altem Film funktioniert. Nix digital und so’n Schnickschnack. Also durften wir gespannt sein, was die nassen Aufnahmen so auf den Bildschirm bringen.

Ich fang’ mal mit dem für mich aufregensten Teil an. In Exmouth sind wir nämlich mal wieder auf Schnorcheltour gegangen und haben uns erzählen lassen, mit viel “Glück” und Geduld könne man an den so genannten “Oyster Stacks” auch mal Haie zu sehen bekommen. Da die Jungs mit der Harpune unterwegs waren und Haie Blut sogar in milliardenfacher Verdünnung wahrnehmen können (siehe Wikipedia), stiegen die Chancen dann doch gewaltig (das wurde uns aber erst hinterher klar). Tja – und weil ich versprochen hab’, dass ich es kurz mache…als ich so fröhlich durch’s Gewässer schnorchel, kommt plötzlich hinter einem Felsen ein Hai hervorgeschwommen! Er guckt mich an, ich ihn… wir beide erschrecken uns mächtig, aber er schaltet schneller und sucht das Weite. Glücklicherweise haben mich meine Reflexe nicht im Stich gelassen, so dass ich die Kamera hochreiße und auf gut Glück abdrücke! Et voila:

Es lebt

Haidewitzka – mein erster Unterwasser-Hai

Tja – und weil er sich so erschreckt hat, mal ein Bild, wie er mich gesehen hat:

Schnorchelmann

Verständliche Panik…

Weil ich eben davon sprach, gibt es jetzt auch mal ein Bild vom enthusiastischsten Jäger des Tages:

Jagdfieber

Ben (erfolgreich) im Jagdfieber

Außerdem gibt es noch ein paar Aufnahmen aus dem Litchfield Nationalpark. Als nächstes präsentiere ich die Wangi Falls:

Wangi Falls

Wangi Falls

Und darunter genießt ein einsamer Herr die Dusche:

Chessuss im Wasser!

Dramatisch…

Tja – wie aber schon erwähnt sind wir inzwischen in Perth. Die Jobsuche scheint sich ihrem Ende zuzuneigen und das einzig wirklich erwähnenswerte ist bisher, ein bekanntes Gesicht aus der Heimat getroffen zu haben. Netterweise hat uns die Britta nämlich mit einer Einladung eine ganz ganz besondere Freude gemacht. Als wir in ihrem hübschen Apartment ankommen, steht auf dem Tisch nämlich (neben sehr deliziösen Dips) RICHTIGES Brot. Also Roggen- Sauerteig- und Co.! Und das Ganze schmeckt wie von einem guten deutschen Bäcker importiert. Wir schließen die Augen, genießen nochmal in Gedanken und sagen: Danke!!

Mit der Gönnerin

Ein Outback-Halemba mit der Gönnerin

Zum Schluss noch die ersten Eindrücke von Perth: sauber, schick und teuer!

In Perth

In Perth

Subiaco Oval

Das Subiaco Oval

Also mal wieder bis in Kürze – freu mich immer was von euch zu hör’n!

Schausen – der Machtin

The longest line

Nach den Highlights des Centers wollen wir schnell Richtung Westen. Am letzten Oktobertag ´07 schaffen wir rund 400 km und nächtigen an einem der schönsten Plätze des Northern Territory, den schon bestaunten Devils Marbles. Da wir uns in Alice Didjeridoos geleistet haben, legen wir eine Ãœbungsrunde ein. Auf den riesigen Murmeln sitzend in den Sonnenuntergang spielen – mit DEM australischen Instrument schlechthin… mehr Down Under Feeling geht schwerlich.

Didj Master

Didj Action

Fast 1300 km (und einer nicht erwähnenswerten Ãœbernachtung nahe Katherine) weiter – nur etwa 500 km Luftlinie von Darwin entfernt, erreichen wir den künstlich angelegten (aber nichtsdestotrotz sehr schönen) Lake Argyle, an dem wir erstmal einen Angelstop einlegen. Irgendwie gehört fishing nämlich zu den absolut authentischen Australienerfahrungen. Die allermeisten Leute sind hier wild darauf, möglichst kapitale Viecher an Land zu ziehen.

Fast hätte ich vergessen zu erwähnen, dass im Lake Argyle rund 25.000 Freshwater Crocodiles beheimatet sind. Aber… die sind ja nicht so, die wollen ja nur spielen…
Wir kümmern uns nicht weiter um unsere schuppigen Freunde und ziehen Catfish um Catfish aus dem Wasser, wobei die Nacht hereinbricht. Aber sind das da nicht plötzlich Augen im schwarzen Nass? Die Taschenlampe bringt Licht ins Dunkel und uns die Gewissheit: JA, das Augenpaar gehört tatsächlich einem Freshie – und es gibt noch mehr davon. Wir halten unserer plötzlich einsetzenden Paranoia etwa eine weitere Stunde stand, ehe wir zusehen, dass wir Land gewinnen.

Petri Heil

Petri Heil!

Zig hundert Straßenkilometer weiter durch den wilden Westen finden wir einen abgelegenen Rastplatz mit Traumausblick und Holzgrill. Heute erfüllen wir uns mit einfachen Mitteln den lang´gehegten Wunsch, mal wieder Hausmannskost zwischen die Zähne zu bekommen. Es gibt Zwiebel- (Knoblauch-) Suppe mit Croutons und Käse überbacken. Mnjammi! Die Nacht schlafen wir zufrieden mit vollen Bäuchen und nach Langem auch mal wieder angenehmen Temperaturen.

Muttis Zwiebelsuppe aufm Grill

Muttis Zwiebelsuppe aufm Grill

Bevor´s weiter geht ein Wort zum Reisen im Outback. Da wir die meistens auf asphaltierten Straßen bleiben, hält sich das Risiko in überschaubarem Rahmen solange genug Wasser da ist und man die Tankanzeige nicht aus den Augen verliert. Es ist einerseits erstaunlich, wie schnell sonst alltägliche Dinge unwichtig werden, weil es z.B. niemanden interessiert wie man aussieht, ob die Frisur sitzt oder die Klamotten frisch gewechselt sind. Trotzdem merken wir auch, dass wir die tägliche Dusche eigentlich gewohnt sind – aber hier ist Wasser halt Luxus. Zwei, drei, vier oder auch fünf (unser Rekord +g+) Tage ohne kühles Nass aus dem Duschkopf sind die Regel. Aber auch daran gewöhnt man sich – trotz der Temperaturen. Das Thermometer im Auto zeigt meistens geschmeidige 40 Grad an. Häufig auch mehr, selten weniger. Naja – mehr als ´ne Short tragen wir eh nicht am Leib - das wär´ unmöglich auszuhalten.

Wir haben uns jedenfalls überlegt (an jedem Roadhouse liegen unglaublich viele Schund-Zeitschriften), wie heilsam drei Wochen Outback für Gestalten á la Paris Hilton oder der von ihr beeinflussten Generation wären. Schade, dass es zu dieser Begegnung nie kommen wird.

Outback Road

So sieht´s nicht überall im Outback aus…

Die endlosen Freiflächen sind jedenfalls sehr beeindruckend. Manche der Gebirgszüge, die wir passieren sind noch nicht mal in den Karten eingezeichnet. Teilbereiche Australiens sind bis heute nicht kartografisch erfasst, Legenden um riesige Gold- und Mineralvorkommen im immer noch (von Weißen) unerforschten Outback halten sich hartnäckig. Von vielen “zivilisierten Westlern” belächelt, stellen sich einige dieser Geschichten immer wieder als wahr heraus.

Outback Sundown

…manchmal auch so!

Um hier sein Glück zu suchen muss man aber mehr als nur ein bißchen abenteuerlustig sein. Buschbrände gehören hier zur Tagesordnung, was von der Natur auch so vorgesehen ist. Verbrannte Pflanzen und Erde werden zu wichtigem Dünger, Bäume wie der Königseukalyptus brauchen das Feuer sogar zum überleben. Trotzdem reichen einige der verkohlten Landstriche doch sehr nahe an meine Vorstellung von Mordor (aus dem Herrn der Ringe) heran.

Buschbrand bei Sonnenuntergang

Buschbrand kurz nach Sonnenuntergang

Vor kurzem haben wir einen Deutschen getroffen, der seit mehr als 40 Jahren sein Glück sucht und den ein Reifenschaden lahm gelegt hat. Sein schätzungsweise 30-40 Jahre altes Suzuki-Vehikel sieht aus wie von Daniel Düsentrieb umgebaut und von Späthippies bemalt. Wir können ihm mit seinem Reifen nicht weiterhelfen, überholen ihn aber drei Tage später, als er seine Karre gerade von zwei Kamelen nach Norden ziehen lässt. STRANGE!!

Jedenfalls ganz schön mutig, wenn man sich hier die Roadtrains gibt, die manchmal über 50 m Länge haben können. Das entspricht vier deutschen Aufliegern! In der “guten alten Zeit” hätte man darüber aber nur gelacht, da es keine Längenbeschränkung gab.

Nachdem wir noch eine Nacht in der Nähe von Fitzroy Crossing verbracht haben, kommen wir am vierten November am Zwischenziel in Broome an. Der Campingplatz “Cable Beach” an selbigem ist einer der Besten bisher und wir gammeln zwei Tage schööön ab. Unsere französisch-holländischen Nachbarn (mit einem hab’ ich kurz in Darwin gearbeitet – Australien ist ein verdammtes Dorf!) sind auch sehr lustig, weshalb der zweite Abend feucht-fröhlich endet. Außerdem treffen wir noch die May wieder, mit der wir in den ersten vier Wochen unterwegs waren. Australien ist… aber das wisst ihr ja schon.

Roter Sand am Strand

Roter Sand am Citybeach in Broome

Nichtsdestotrotz müssen wir weiter. Wir ham ja keine Zeit. Also fahren wir die Westküste weiter runter und halten für die Nacht in Wallal Downs am Eighty Mile Beach (der is’ wirklich so lang!) an.

Am Siebten passieren wir Port Hedland, biegen nach Süden ab und erreichen abends das gelobte Land in Form des Karijini Nationalparks. Lassen wir uns überraschen, ob er die fetten Vorschusslorbeeren bestätigen kann.

Als Erstes schauen wir uns am Lookout der Dales Gorge um und springen in den Pool der Fortescue Falls. Netter Anfang. Dann muten wir unserem Van mehr als 50 km unsealed Road zu, was zwischendurch so heftig ist, dass wir um die Gesundheit unseres fahrbaren Untersatzes fürchten. Letztlich kommen wir aber doch unversehrt am Oxer Lookout an, der in der Realität absolut atemberaubend ist, was natürlich auf dem kleinen Pixelbild mal wieder nicht rüberkommt. Trotzdem gibt’s ein Foto:

Oxer

Blick vom Oxer Lookout

Dann geht’s ans Eingemachte. Schnell in die dicken Wanderschuhe rein und ab in die Hancock Gorge – die anspruchsvollste der Schluchten. Es gibt Schwierigkeitsgrade 1-6, wobei “6” nur mit entsprechender Ausrüstung – Seil, Kletterhaken & Co – zu meistern ist. Wir nehmen uns vier und fünf vor und gehen die Herausforderung an.

Das erste Stück ist anstrengend, aber harmlos – abgesehen von der unfassbaren Menge an Fliegen (auf dem Rucksack zählen wir schnell über 100!!). Die Felswände werden immer schroffer und der Abstand zwischen rechter und linker Wand immer geringer. Nach einer kurzen Erfrischung im Felsbach wagen wir uns an den Spiderwalk. Der Name ist Programm – das Foto zeigt ganz gut, warum.

Spiderwalk

Der Spinnenweg

Tiefer in der Gorge wird’s dann richtig lustig. Adrenalin pur in den Venen und dann… kommt uns ein junger Australier entgegen, der uns um Hilfe bittet. Wir müssen ein kleines Stück “Level 6” meistern und kommen zu einem sehr schönen großen Rockpool, der zum schwimmen einlädt. Blöderweise ist der Wasserspiegel rund vier Meter unter Felsniveau. Sprich: Man kommt rein, aber nicht wieder raus. Und drin ist die Freundin des Australiers. Abgerutscht und flutsch über den kleinen Wasserfall ins kühle Nass. Tja, ich versuch’s mal kurz zu machen. Nachdem mir das Mädel beim ersten “Rettungsversuch” fast den Arm aus dem Gelenk gerissen hat (90 Kilo sind nicht zu unterschätzen), schaffen wir’s irgendwann irgendwie sie da unten hochzuhieven. Insbesondere ihr Freund ist uns enorm dankbar und wir haben unsere gute Tat für heute vollbracht.

Hancock Gorge

Die Hancock Gorge in all ihrer Pracht

Auch wenn die Sonne langsam untergeht wollen wir noch einen Blick in die Weano Gorge werfen. Auch die ist nett, wenn auch nicht ganz so knifflig, aber am Ende wartet ein schöner großer Pool, an dem man sich per Seil wieder auf das Felsplateau liften kann. Also rein in die Fluten und nach der letzten Erfrischung des Tages zurück zum Auto um was zu essen zu kochen. Schöner Tag!

Die fast 700 km vom Nationalpark hoch nach Exmouth sind Entspannung pur. Andy und Ben schlafen den Schlaf der Erschöpften und ich genieße das mexikanisch anmutende Outback ringsherum und höre Musik.

Karijini Ausgang

Ausgangs des Karijini Nationalparks

Kurz vor Exmouth gibt es einen Jetty, einen hözernen Bootsanleger, an dem wir für die Nacht halt machen und gleich mal die Angeln rauswerfen – vorerst erfolglos. Allerdings sehen wir im Sonnenuntergang ein dicken Stingray vorbeischwimmen. Guter Ausklang also. Am Morgen werde ich wach, als Ben sich gerade mit der Angel zurück zum Steg aufmacht. Eigentlich wollten wir weiter, aber ich begleite ihn mal – vielleicht geht ja doch noch was. Das erste was wir sehen, ist ein großer Hai der vorbeischwimmt und dem sich kurz darauf auch noch zwei Delfine anschließen. Was für’n Einstieg in den Tag.

Zehn Minuten später stößt ein altes Anglerehepaar dazu, gibt uns einen guten Rat nach dem anderen, frische Haken und Köder und – nachdem sich auch Andy noch dazugesellt hat – fangen wir genug Fisch (und bekommen noch Squid geschenkt), um abends was im Bauch zu haben. Da wir auch noch Zubereitungstipps bekommen haben, wird es lecker! Und ehe ich das vergesse – zwischendurch kommt noch die wahrscheinlich grösste Meeresschildkröte aller Zeiten vorbeigeschwommen und beglückt uns mit ihrer Anwesenheit.

Da es auch noch den Cape Range Nationalpark und das Ningaloo Reef zu erkunden gibt, bleiben wir zwei weitere Tage (Strand, glasklares Wasser und frischen Fisch inklusive), bevor wir Richtung Shark Bay weiterfahren.

Exmouth

Strand in Exmouth

Wir passieren Coral Bay, gönnen uns noch etwas mehr Sonne am Citybeach und machen einen Stopp in Carnavon zum Einkaufen, ehe wir die letzten 300 km zurücklegen und die Shark Bay Area erreichen.

Erste Station dort ist der Shell Beach, der statt “normalem” Sand voll von kleinen Muscheln und dazu noch 100 km lang ist. Außergewöhnlich, aber kein Platz für die Nacht, also fahren wir zum Eagle Bluff durch, wo wir abseits der normalen Straße einen gediegenen wenn auch ziemlich windigen Platz zwischen den Dünen finden.

Totes Getier

Tote Dämonen am Eagle Bluff

Am morgen des 14ten fahren wir nach Denham durch, wo man es durchaus ein wenig länger aushalten könnte. Ansonsten sind wir von der Shark Bay etwas enttäuscht, wobei ich zugeben muss, dass wir inzwischen ja auch ziemlich verwöhnt sind. Wir bleiben noch für die Nacht in Denham an der Little Lagoon und fahren den kompletten nächsten Tag gen Süden. Ein Sportplatz in Walkaway ist unser nächster Campingplatz und der letzte Tag vor dem letzten spektakulären Tag vor Perth… ja, ich weiss – komplizierter geht’s nicht.

Der 16te führt uns also erst am recht durchschnittlichen Kalbarri Nationalpark vorbei in die erste größere Stadt nach Langem. Geralton. Wir suchen nach unserem Lunch aber schnell wieder das Weite und nehmen den Küstenhighway Richtung Perth. Ohne es zu merken gelangen wir zum Lesueur Nationalpark, entdecken ein paar Dünen und legen einen Stopp ein. Tjahaaa. Die Dünen entpuppen sich als sensationall dicker Streifen (1-2 qkm) “Wüste” und laden zum springen rennen, Bier trinken und gammeln ein. Ehe ich große Reden schwinge, lass ich aber einfach mal zwei Fotos sprechen. Jiiieha!

Perfekter Schwung

Perfekter Schwung

Salto Mortale

Salto Mortale

Nach Top-Spässcken geht’s zur letzten Attraktion des Tages, den Pinnacles. Schon ganz nett hier, auch wenn’s ein bisschen nach Friedhof aussieht, aber die 10 Dollar Eintritt haben wir auch für Karijini bezahlt und dagegen kann das hier wirklich nicht anstinken. Anyway – wir sind ja quasi da.

Die Pinnacles

Die Pinnacles

Eine letzte Ãœbernachtung in der Pampa und wir passieren am 17ten Perths Stadtgrenze. Der Trip ist vorbei, der harte Alltag hat uns wieder, die Jobs warten – die nächsten vier Wochen werden hart…

Mit diesem ernsten Worten verabschiedet sich Monsieur Halemba bis auf Weiteres – Arrivederci