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Wetcoast

Posted by on 31 March, 2013

Die Wetter-Prognose war schon schlecht. Aber was uns dann am Morgen des 25. März erwartet, ist eine einzige Frechheit. Es gießt aus Eimern und eine Nebelwand die ihresgleichen sucht hängt über Glenorchy (und damit auch über Paradise). Da die Vorhersage auch für morgen einigermaßen bescheiden ist, beschließen wir schweren Herzens, die Elfenetappe zu canceln. Unser Regenzeug ist einfach zu schlecht. Glücklicherweise haben wir noch am Ankunftstag eine rund 2-stündige Tour ins Umland unternommen – die Landschaft ist auch hier schon spektakulär.

Glenorchy

Schicker Seeabschnitt auf dem Weg nach Glenorchy

Wir beschließen, ein paar Kilometer mehr zu fahren – unser Programm ist schließlich einigermaßen straff. Erstmal geht’s zurück nach Queenstown. Wir essen einen der berühmten Ferg-Burger (die Dinger sind wirklich groß!) und füttern die Möwen mit den übriggebliebenen Pommes.

Moewen

Ziel fest im Blick – fertigmachen zum Abflug – fokussiert zuschlagen (zu schnell für die Kamera)

Ansonsten ist Queenstown, wie erwartet, einigermaßen touristisch – viel Jungvolk ist unterwegs. Wir füllen also nur schnell unsere Vorräte auf, tanken und machen uns auf den Weg Richtung Westküste. Fox- und Franz-Josef-Gletscher warten auf uns.

Fox-Gletscher

Grüner geht’s nicht.

Kurz vor dem Fox-Gletscher machen wir den nächsten Stop, um am nächsten Morgen früh eine Tour starten zu können. Es regnet immer noch in Strömen, weshalb wir uns an einer nahe gelegenen Lachsfarm ein Trostpflaster für’s Abendessen besorgen. Der Wetterbericht sagt aber für morgen ab 10 Uhr besseres Wetter voraus. Leider ist die Verlässlichkeit hierzulande ähnlich wie bei uns zu Hause. Morgens regnet es stärker denn je. Trotzig fahren wir trotzdem zum Gletscher-Einstieg, müssen aber nach einem kleinen Fotostopp resigniert kapitulieren. Der Weg ist nass definitiv zu gefährlich, abgesehen davon, dass wir so kaum um eine Lungenentzündung herumkommen – es ist nämlich auch gar nicht mal so warm.

Wir fahren einen Campingplatz vor Greymouth an und setzen uns erstmal in den hauseigenen Whirlpool. Der ist für lau und gibt uns Zeit zum Nachdenken. Wir erwägen einen Heli-Flug über die Gletscher. Da aber nicht klar ist, wie die Sicht ist, trösten wir uns mit einer Bierverköstigung bei “Monteigh’s Brewing Co”. Die Tour durch die kleine Brauerei (leider inzwischen von DB aufgekauft) ist kurz und informativ, die maori-stämmige Dame kennt sich im Brauwesen aus und weiht uns in die Geheimnisse neuseeländischer Braukunst ein (die leider sehr britisch geprägt ist, also nix mit Schaumkrone). Die Verkostung sagt uns trotzdem zu.

Nach kurzer Ausnüchterung fahren wir an einem großartigen Stück Westküste Richtung Westport und damit an den berühmten Pancake-Rocks vorbei. Das Wetter meint es endlich wieder gut mit uns und die Sonne lacht uns freundlich ins Gesicht. Wir halten und drehen die übliche Touristenrunde. Einziger Wermutstropfen: dir äußerst lästigen Sandlflies, die einem den Spaß hier echt ein wenig vermiesen können. Garstige kleine Biester! Trotzdem ist die Aussicht toll.

Pancake Rocks

Pancake Rocks – Pfannkuchenfelsen an der Westküste

Wir fahren noch ein gutes Stück weiter nach Norden. Der Abel Tasman Nationalpark wartet. Der ist zwar eine der Hauptattraktionen und damit in der Regel ziemlich überlaufen, aber wir sind ja glücklicherweise nicht in der Hauptsaison unterwegs. Unser letzter Stopp vor der Nordküste ist Kawatiri Junction, ein ehemaliger Bahnhof aus dem späten 19. Jahrhundert. Viel ist nicht mehr übrig, dafür hat’s hier heute massig Sandflies. Wir stecken also – wie es hier Brauch ist – die Hosen in die Socken (der heißeste Scheiß, wenn wir wieder nach Hause kommen, wetten?) und überlegen satte 30 Sekunden, draußen zu essen, entscheiden uns aber doch dagegen.

Tags drauf erreichen wir – später als gedacht – Maharau und versuchen ein paar Kajaks zu ergattern, um den Abel Tasman National Park seeseitig zu erkunden. Leider teilt man uns mit, dass es um ein Uhr mittags schon zu spät ist, da allein die Sicherheits-Einweisung schon eine Stunde dauere … wir verstehen zwar nicht, was es da groß zu erklären gäbe, gönnen uns aber ein sauschweineteures Wassertaxi und lassen uns vom Skipper in Anchorage absetzen. Hier ist es glücklicherweise deutlich angenehmer als in der Bucht in Alaska gleichen Namens. Zeit also, eine kleine Pause einzulegen. Was folgt, ist der anstrengende Teil. Wir laufen rund 16 km auf dem Abel Tasman Track zurück nach Maharau. Der Weg ist schön, angenehm zu gehen und führt uns durch schattige Wäldchen an türkisfarbenen Buchten vorbei.

Abel Tasman

Der Abel Tasman von seiner Schokoladenseite

Nach kurzer illegaler Dusche in einem dort ansässigen Campingplatz wollen wir uns in der Golden Bay nordwestlich von hier einen Platz für die Nacht suchen. Die etwa 75 km ziehen sich heftig in die Länge, weil mindestens die Hälfte der Strecke aus feinsten Serpentinen besteht. Nicht ganz ungefährlich, aber dabei ziemlich spaßig und immer wieder mit Wahnsinns-Ausblicken. Spät finden wir das “Kiwiana” in Takaka, dem kulturellen Zentrum der Golden Bay. Wir kochen und lernen ein paar Winzer aus aller Herren Länder kennen, die in Neuseeland praktische Erfahrungen sammeln und einen Einblick ins hiesige Winzerwesen bekommen. Wir begießen gemeinsam den Abend zwischen Tischtennisplatte, Billardspiel und Jenga-Challenge. Schön.

Wir verlassen das Kiwiana gegen 10 Uhr am nächsten Tag und fahren zu den Te Waikoropupu oder kurz Pupu-Springs. Die Quellen sind mit 14.000 qm Wasser pro Sekunde die größten Australasiens und die angeblich klarsten der Welt. Als wir das Wasser sehen, glauben wir dran. Der schätzungsweise zehn Meter tiefe See sieht aus, als führe er gar kein Wasser, weil man wirklich komplett ohne erkennbare Trübung bis auf den Grund gucken kann – sehr zum Leidwesen der fetten Fische, die es hier schwer haben, sich zu verstecken.

Te Waikoropupu Springs

Ganz schön klar – die Te Waikoropupu Springs

Im Anschluss ist Erholung angesagt. Wir fahren zum Tata Beach und lassen uns für ein paar Stunden die Sonne auf den Pelz scheinen. So richtig verwöhnt worden sind wir diesbezüglich zuletzt ja nicht. Nachdem wir genug Sonne getankt und leider zusätzliche Sandfly-Bisse bekommen haben, machen wir uns nach Nelson auf, einer der angeblich lebenswertesten Städte der Welt. Wir passieren einige Höfe, die lustigerweise alle “Horse Poo” für 2$ den Sack anbieten und kaufen bei einer lokalen Hippiefarm Vegetables für die nächsten Tage ein. Anschließend noch schnell in den Supermarkt für den fleisch- und sprithaltigen Teil der lebensnotwendigen Verpflegung und ab auf die nächste Campsite. Morgen ist Ostern – wir sind vorbereitet.

Nelson ist zwar nett, aber an den Feiertagen auch ziemlich ausgestorben. Dafür tragen ein paar Kreuzträger ein solches durch die Stadt. Bizarrerweise kommen Ihnen in dem Moment, wo sie uns passieren, ein paar Leute in hippie-ähnlicher Kluft entgegen, die auf Schellen, Rasseln und Trommeln einen Höllenlärm machen. Teil des Programms, intendierte Zusammenkunft oder Gegenbewegung? Wir wissen es nicht.

Bevor wir uns in Richtung Marlborough aufmachen, besuchen wir noch das sogenannte “Centre of New Zealand”, wobei wir einem frechen Bluff aufsitzen. Das Hinweisschild an der Straße behauptet klar und deutlich, dass es zum besagten Centre nur noch 50 Meter sind, also steigen wir aus und beginnen mit der Suche. Es kommt wie es kommen muss: der Mittelpunkt Neuseelands befindet sich natürlich auf einem Berg, den wir ahnungslos mit unseren Flip Flops besteigen. Gute 15 bis 20 Minuten Fußmarsch und ca. 200 Höhenmeter später erreichen wir auf dem Gipfel den Mittelpunkt des Kiwi-Landes. Die Aussicht über Nelson bei Sonnenschein kann sich sehen lassen, wir schießen noch schnell ein Beweisfoto und starten den Abstieg.

Center of NZ

Mittendrin statt nur dabei. Die Schmitz-Halemba-Connection am Centre of NZ

Jetzt geht’s erstmal weiter Richtung Marlborough – der Weinverkostung, den Sounds und der Überfahrt zur Nordinsel entgegen. Es gibt schlechtere Aussichten.

Cheers, Hei kona ra und Frohe Ostern!
Jenny & Martin

One Response to Wetcoast

  1. Jenny & Martin

    Ups – da hatten wir hier doch glatt die Comment-Funktion ausgeschaltet … warum auch immer. Jetzt darf aber wieder fleißig …!

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