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Bula – it’s Fiji Time!

Posted by on 27 April, 2013

Nachdem wir unseren fahrbaren Untersatz ohne größere Komplikationen (nach rund 5.000 abgerissenen Kilometern) bei “Happy Campers” in Auckland abgeliefert haben, fliegen wir mit unserem breitestem Grinsen im Gesicht auf die Fiji-Inseln.

Schon am Flughafen Nadi auf der Hauptinsel können wir uns auf die kommenden elf Tage einstimmen: Fiji empfängt uns mit 33 Grad und singenden Einheimischen am Flughafen! Noch an Ort und Stelle lernen wir, was es mit dem Begriff “Fiji Time” auf sich hat. Auf Fiji kann aus fünf Minuten Wartezeit gerne mal eine Dreiviertel Stunde werden. “Lean back, relax and enjoy Fiji Time” heißt es hier. Somit üben wir uns in Geduld, als der einzige Geldautomat am Flughafen ausfällt und die Reparatur sagen wir mal gaaaanz entspannt angegangen wird.

Da wir bis auf die ersten beiden Nächte auf der Hauptinsel nichts Weiteres gebucht haben, erledigen wir das direkt zu Beginn und steuern am zweiten Morgen mit dem Katamaran “Yasawa Flyer” die gleichnamige Inselgruppe an. Fiji besteht in Summe aus 333 Inseln, sich bei ein paar verfügbaren Tagen für diese oder jene Inseln zu entscheiden fällt einem entsprechend schwer. Bei nur acht verbleibenden Nächten beschließen wir aber die Reise entspannt anzugehen, wir sind ja schließlich “on Fiji Time” und wollen nicht jeden zweiten Tag unseren Rucksack packen müssen. Von den 20 Yasawa-Inseln wollen wir zwei besuchen: Drawaqa Island und Nacula Island. Beide für jeweils vier Nächte.

Bei Drawaqa nehmen wir Kurs auf unsere erste Bleibe, die Barefoot Island Lodge, das einzige Resort der Insel. Schon der erste Eindruck vom Boot aus ist nicht zu verachten.

Barefoot Island

We arrive on Barefoot Island!

Bei unserer Ankunft werden wir von der Barefoot-Belegschaft mit Gitarre und Gesang am weissen Sandstrand begrüßt. Alles hier ist für uns perfekt: der kleine Inselabschnitt hat gleich drei Strände (Sunrise, Sunset und Mantaray Beach), die alle fußläufig in fünf Minuten erreichbar sind, es gibt einen Dive-Shop mit äußerst netten und kompetenten Tauchlehrern und die Hütten beziehungsweise “Bure” sind schlicht aber sauber. Die Crew ist so nett, dass man es fast nicht glauben kann. Schnell merken wir, dass das nicht nur professionelle Freundlichkeit, sondern echte Herzlichkeit ist. Hier können wir bleiben!

Barefoot-Crew

Ein Teil der Barefoot-Crew ausnahmsweise in traditioneller Fiji-Kluft

Gleich nach dem Check-In leihen wir uns Schnorchelequipment und erkunden die Korallenwelt rund um unsere Hausstrände. Es gibt ein Riff mit einem Drop-Off dahinter und unser erster Eindruck ist überwältigend.

Unterwasserwelt

Spektakuläre Einblicke in Fijis’ Unterwasserwelt

So beeindruckt von der bunten Unterwasserwelt, wollen wir es natürlich nicht beim Schnorcheln belassen. Wir sind ja schließlich zertifizierte Taucher und hoffen, bei dem ein oder anderen Tauchgang Mantarochen zu sehen, die hier während der Saison in Scharen die Fiji Inseln passieren. Direkt hinter Drawaqa (Barefoot Island) ist auch noch der “Mantaray Channel”, DER Hotspot für die größte Rochenart in der Saison.

Da Frau Schmitz aber seit einigen Jahren nicht mehr tauchen war, muss eine Auffrischung her. Die gibt es sogar kostenlos (sowas gibt’s doch noch) und nach einigen Anläufen bei den gängigen Übungen (Maske abnehmen unter Wasser ist kein Zuckerschlecken) ist die Hürde genommen.

Auffrischung Jenny

Alles roger – es kann losgehen

Wir machen so viele Dives, wie es das Budget zulässt. Bei einem Cave-Dive macht Monsieur Halemba (auch außerhalb der Caves) eine besonders gute Figur.

Tauchen Martin

Monsieur Halemba euphorisch unter Wasser

Die Mantas wollen sich uns aber nicht zeigen. Die Saison startet eigentlich auch erst im Mai und geht bis Oktober. Im April muss man also viel Glück haben, einem der Burschen zu begegnen. Das haben wir leider nicht, zu schade. Vor allem weil wir später erfahren, dass sich nur drei Tage nach unserer Abreise die ersten Mantas gezeigt haben … naja – beim nächsten Mal!

Dafür werden wir auf der Insel mit außerordentlich gutem Wetter belohnt. Und da täglich Gäste kommen und gehen, lernen wir in den vier Tagen eine Menge netter Leute kennen, mit denen wir teilweise bis in die Puppen unseren Spass haben. Fiji Gold und Fiji Bitter inklusive.

Am letzten Abend auf Barefoot Island ist, wie jeden Samstag auf der Insel, “Fijian Night”. Abends wird ein großes Buffet mit lokalen Köstlichkeiten aufgefahren, die vorher im Lovo, einer Art Erd-Grill, zubereitet wurden. Mnjamm! Dazu wird (wie immer beim Abendessen) live musiziert. Es gibt eine Feuershow, bei der die Jungs des Personals mit dem Feuer jonglieren und sichtbar Spaß daran haben. Wir auch!

Feuershow

Die Barefoot-Jungs on fire

Anschließend dürfen wir zum ersten Mal am fijianischsten aller Ereignisse teilnehmen – der traditionellen Kava-Zeremonie. Kava ist eine Pfefferpflanze, aus deren zerstoßenen und getrockneten Früchten ein kaltes teeartiges Getränk zubereitet wird, das eine gewisse rauschartige Wirkung haben soll. Einige der Jungs hier trinken das Zeug literweise – wir sind gespannt.

Da Jimmy Halemba die Musiker auf der Gitarre begleitet (was diese netterweise sehr zu schätzen wissen), stehen wir zwei besonders im Fokus der Zeremonienmeister und trinken über den Abend bestimmt 15-20 Kavas aus einer Kokusnussschale. Die Bezeichnung “das Zeug schmeckt wie altes Spülwasser” ist natürlich Blasphemie, kommt der Realität aber ziemlich nahe. Das Zeug sieht aus wie Schlammwasser. Wir finden es aber nicht so schlimm, wie der ein oder andere Reisende uns vorher glaubhaft machen wollte. Eine Wirkung spüren wir am Ende auch noch: zuerst werden Zunge und Lippen ein wenig taub, danach setzt eine leichte Schläfrigkeit ein. Tolle Sache, aber nicht wirklich unser Fall. Der anschließende Schlaf war allerdings tiefenentspannt.

Kava Session

Kava vom Feinsten

Am nächsten Morgen dann der tränenreiche Abschied von der Barefoot-Crew. Die Belegschaft versammelt sich, um uns beide Richtung Norden zu verabschieden. Fiji-Abschiedssong inklusive. Es ist schon erstaunlich, wie schnell man sich an einem Platz heimisch fühlen kann.

Abschied Barefoot

Die Mädels rufen uns ein letztes “Moce” (auf Wiedersehen) hinterher

Der nächste Stop ist die Nabua Lodge auf der Insel Nacula. Das Wetter schlägt leider um – Wolken ziehen auf, es wird etwas kühler und einzelne Regenschauer zeigen, dass wir das Ende der Regensaison doch noch nicht erreicht haben. Nichtsdestotrotz werden wir freundlich empfangen.

Nabua Lodge Garten

Top gepflegter Garten der Nabua Lodge. Rechts ist unser Bure zu sehen

Direkt am nächsten Morgen unternehmen wir einen Abstecher zur “Blauen Lagune” auf der benachbarten Turtle Island. Hier wurde 1980 der Streifen gedreht, der Brooke Shields zu Weltruhm verhalf. Das Wetter ist zwar noch schlechter geworden, der Strand ist aber schön und die Unterwasserwelt mal wieder sensationell.

Gebräunte Beine

Wer gewinnt den Bräunungswettbewerb?

Zwischendurch müssen wir Schutz vor dem Regen suchen und stellen uns im angrenzenden Beach Resort unter. Dabei kommen wir mit einigen Locals ins Gespräch. Einer der Männer – bestimmt Mitte 60 – stellt im Laufe des Gesprächs nur trocken fest, dass er 25 Jahre arbeiten könnte und die Inseln trotzdem nicht verlassen könnte. Wir realisieren mal wieder, wie privilegiert wir sind, all das hier überhaupt unternehmen zu können.

Am nächsten Tag nehmen wir ein Boot noch weiter in den Norden an den äußersten Rand der Yasawa-Inselgruppe. Dort gibt es berühmte Höhlen, in denen man schwimmen gehen kann. Die erste Höhle ist groß, es gibt einen Durchlass in der Decke durch den das Sonnenlicht etwas Licht spendet. Unterwasser gibt es einen versteckten Durchlass in den dunklen Teil des Höhlensystems. Die Guides leuchten uns mit Taschenlampen den Weg und wir tauchen todesverachtend in die Finsternis. Das Ganze ist echt ein bisschen spooky, aber wir haben Spaß. Trotzdem ist es schön, nach einem Stündchen die Sonne in Gänze wiederzusehen.

Yasawa-Fels

Vulkanische Felsformation auf den Yasawas

Zurück “zu Hause” entkommt Jenny beim Durchstöbern eines Rucksacks nur knapp dem Tode. Ein spitzer Schrei und Indiana Halemba kommt wie von der Tarantel gestochen reingestürmt. “Da ist was in Deinem Rucksack! Es ist lang und hat ganz viele Beine”. Was macht ein echter Abenteurer da als erstes? Er schnappt sich seine Kamera und versucht ausfindig zu machen, was es zu entdecken gibt. Als der gesamte Inhalt des Rucksacks auf dem Boden liegt, ohne dass sich etwas zeigt, glauben wir schon an eine Halluzination. Das Ungetüm lässt sich nicht auffinden. Doch plötzlich erschreckt sich auch der sonst so coole Herr Halemba: “Ich glaub’ es nicht! Ein Skolopender!” Diese Viecher sind leider verdammt giftig! Ein Biss ist zwar normalerweise nicht lebensgefährlich, jedoch extrem schmerzhaft und verursacht üble Nebenwirkungen wie Lähmungserscheinungen, Schwindelgefühle und unter Umständen auch Atemprobleme und Herzrhythmusstörungen. Mit diesem Kollegen ist also nicht zu Spaßen! Mit der angebrachten Vorsicht gelingt es uns ein Beweisfoto zu schießen.

Skolopender

Sieht harmloser und kleiner aus als er ist: der Skolopender (ca. 15 cm) in unserem Rucksack

Wir beschließen, den Aufenthalt in der Nabua Lodge um einen Tag zu verkürzen (allerdings NICHT wegen des Skolopenders), um noch in den Genuss einer der kleinen Klischee-Südseeinseln zu kommen. Wir canceln also die letzte Nacht und buchen uns auf South Sea Island ein, einem kleinen Inselchen, das man in gut fünf Minuten zu Fuß umrunden kann. Was vorher aber noch kommt, kann man wohl einen langen Geburtstag für Herrn Halemba nennen.

Da jeden Tag neue Leute ein- und auschecken, ist es immer ein bisschen wie im Lotto. Am Abend vor Martin’s Geburtstag haben wir jedenfalls keine sechs Richtigen. Die meisten sind gegen zehn in Richtung ihrer Zimmer abgezogen – in großem Stil rein feiern ist also nicht. Macht aber nix, denn wir haben in weiser Voraussicht noch einen Rotwein mitgebracht, der jetzt stilvoll geköpft wird. Wir feiern also ganz gediegen zu zweit in den 24sten (beziehungsweise den 34sten) rein und machen uns einen schönen Abend.

Am nächsten Tag gibt es dann eine kleine Überraschung – das hat Frau Schmitz schön geschickt eingefädelt. Direkt nach dem Frühstück gibt es ein Geburtstagsständchen der Belegschaft, Bula-Kranz und pinkfarbene Schaumbombe inklusive.

Geburtstag Martin

BULA! Martin und die pinke Geburtstags-Puffbrause

Im Anschluss nehmen wir den gelben Yasawa Flyer zur finalen Lokalität. Die kleinste Insel der Mamanucas, South Sea Island, präsentiert sich uns im besten Licht – das Wetter schlägt pünktlich zum Ausklang unseres Fiji-Trips wieder in die richtige Richtung um.

Southsea Island

Klischee Südsee-Insel

Die Entscheidung war auf jeden Fall gut. Hier finden wir alles, um pünktlich zum Abschied noch mal Richtig die Seele baumeln lassen zu können. Und zum krönenden Abschluss sehen wir fünf Minuten vor Ende unserer definitiv letzten Schnorchelrunde noch einen Hai. Den ersten und letzten auf Fiji … für dieses Mal.

Sonnenuntergang South Sea Island

Die Stühle bleiben für’s Erste leider leer …

Wir sind uns einig: die Fijianer werden uns in Zukunft noch mal zu Gesicht bekommen. Hier ist es einfach zu schön!

Vinaka und Moce
Martin & Jenny

 

One Response to Bula – it’s Fiji Time!

  1. Sascha

    Bei den Bildern kann man schon ein bißchen neidisch werden (wobei das wohl die Untertreibung des Jahrhunderts ist :-) ). Wow, Cave Diving klingt echt richtig toll, ihr habt echt alles mitgenommen, was man mitnehmen könnte, aber zum Glück habt ihr den Skolopender (da fällt mir natürlich wieder “dem sawatdee dem khrap” zu ein :-D ) da gelassen. Habt noch tolle weitere Tage!

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